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Geschichte

Ein kleiner Überblick über die

Geschichte von Kohnsen.

Nach dem Einbecker Chronisten Harland hat bereits karolingischer Zeit ein Haupthof oder Dorf mit der Bezeichnung „Chusinhausen“ bestanden. Im Jahre 1063 bestätigte Kaiser Heinrich IV. demPetersberger-Stift zu Goslar den Besitz von Gütern in Cusinhausen. Der Ortsname wird auch „Kosenhausen“ oder „Kosensen“ geschrieben. Unweit westlich des Dorfes liegt eine wüste Burgstelle, die 1381 als „Konstein“ bezeichnet wir. Hierbei dürfte es sich um die Burg der Herren von Kohnsen
handeln, über deren Gründung oder Untergang keine weiteren Nachrichten überliefert sind.

Nachdem die bereits im hohen Mittelalter über Lüthorst nach Stadtoldendorf führende Heerstraße die Stadt Einbeck verlassen hatte, erreichte sie schon bald die Ortschaft Kohnsen und durchzog sie in ostwestlicher Richtung. Beiderseits an diesem Verkehrsweg hat sich die im 11.Jahrhundert „Cusinhusin“ genannte Siedlung zu einem Haufenwegedorf entwickelt, wobei der frühe Dorfkern in dem etwas erhöhten Bereich zwischen der Beke und einem wenig südlich davon verlaufenden Bach entstanden war. Hier lagen an einigen parallel und senkrecht zum Bach führenden Wegen locker aneinandergereiht die ersten Höfe mit der St. Johanniskirche im Mittelpunkt.

Der als Unterdorf bezeichnete Dorfkern erlebte erst im 17./18. Jahrhundert durch die Ansiedelung einer kleinbäuerlichen Siedlerschicht eine räumliche Ausweitung. Auf dem westlich des Unterdorfes gelegene „Kattensiek“ wurde in Anlehnung an einen Halbmeierhof ein neuer Dorfteil mit Brinksitzerstellen angelegt, wodurch Kohnsen sich auf neunzehn Hausstellen vergrößerte. In der Folgezeit wuchs es bis gegen Ausgang den vorigen Jahrhunderts jedoch nur langsam auf rund dreißig Wohnstätten an, und erst zu Beginn dieses Jahrhunderts setzte ein nochmaliger größerer Siedlungsvorgang ein. In den Jahren von 1905 bis 1908 war nämlich im nördlichen Ortsgebiet eindritter Dorfteil, “ neuer Reihe“, entstanden, durch den sich das innerhalb kurzer Zeit auf fünfzig Haushaltungen ausweitete. Somit besteht Kohnsen aus einer dreistufigen Siedlungsentwicklung und umfasst heute 80 Haushaltungen und 350 Einwohner.

Zu den Baumöglichkeiten in Kohnsen gehörte  auch die westlich des Dorfes gelegene Burgstätte. Allerdings haben sich von der hier ehemals vorhandenen, im Jahre 1381 genannten Burg keine aufgehenden Burgteile erhalten. Es wird sich nur um ein wehrhaftes, festes Haus des niedrigen Landadels, hier der Herren v. Kohnsen, gehandelt haben, ohne dass bisher etwas über seine bauliche Gestaltung bekannt geworden ist.

425 ha groß ist die Kohnser Gemarkung und biete noch heute die Vorraussetzung für eine intensive Landwirtschaft, zumal die fruchtbaren Ackerböden dafür besonders geeignet sind. Nahezu die Hälfte der Bevölkerung war in der Landwirtschaft tätig.

Im südlichen Feldmarkbereich liegt auch der Klapperturm als Rest der einstigen Landwehr, von der die Stadt Einbeck seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert umgeben war. Sie zog sich in etwa zwei bis vier Kilometer Entfernung allseitig um die Stadt herum, schloss somit auch das Dorf Kohnsen ein und verlief hier unmittelbar am westlichen Dorfrand. Am Dorfausgang querte die Landwehr den von Kohnsen nach Lüthorst führenden Weg, der hier mit einem Schlagbaum versperrt war und von einem im Dorf ansässigen Wartmann bewacht wurde.

  Weghaus

 

Das in Kohnsen schon früh eine Kirche vorhanden war, beweist ihre 1484 erfolgte Eingliederung in das Alexanderstift zu Einbeck, dem auch die meisten Güter der Herren v. Kohnsen zufielen. Nach der Reformation und Neugliederung der kirchlichen Verhältnissen wurde Kohnsen wahrscheinlich im Jahre 1568 mir der Kirchengemeinde von Hullersen vereinigt. Das Kirchenschiff der St. Johannis-Kirche stammt von 1652, während Turm und Chor wohl älter sind; außerdem ist eine im Jahre 1503 gegossen Kirchenglocke vorhanden. Neben der Kirche stand das alte Schulhaus von 1707, und im Jahre 1911 wurde am östlichen Dorfrand ein neues Schulgebäude errichtet. Die St. Johannes-Kirche in Kohnsen galt als Tochterkirch (Filial) des Stiftes St. Alexandri in Einbeck. Das Stift hatte einen Geistlichen zur Abhaltung der Gottesdienste zu entsenden und erhielt im Gegenzug dafür Ackerland.

Informationen über die Glocke finden Sie hier: Inschrift der Glocke

Die Einbecker Landwehr bestand aus einem mäßig hohen Wall, der mit dichtwachsendem Strauchwerk bepflanzt war, um einen natürlichen Schutz an den Grenzen der Feldmark zu schaffen. Wie in Kohnsen , so waren auch an den übrigen Ausfallstraßen Durchlässe mit Schlagbaum und Wärterhaus vorhanden, an besonders gefährdeten Stellen auch gesicherte Höfe mit einem Wartturm. Insgesamt besaß die Einbecker Landwehr acht Türme an den wichtigen Ausfallstraßen , darunter auch den 1446 erbauten Klapperturm an dem bedeutenden Straßenzug von Einbeck über Markoldendorf nach Dassel. Während die Schutzwehr seit dem mittleren 15. Jahrhundert ihre Bedeutung verlor und seither, besonders aber seit der Verkopplung im vorigen Jahrhundert , ganz oder teilweise eingeebnet wurde, ging man seit Anfang des 17. Jahrhunderts dazu über, die Unterkunftshäuser bei den Türmen in Herbergen und Gasthäuser umzuwandeln. Der in der Kohnser Feldmark gelegne Klapperturm ist noch als bedeutender Überrest der alten Warttürme sowie als Gastwirtschaft vorhanden.

Hier gibt es noch mehr Info: Warttuerme

 

   Bei einem Gewitter im Jahre 1899 schlug der Blitz in das Wohnhaus am Klapperturm ein. Die Gebäude brannten, wie ein Bild aus der damaligen Zeit zeigt, völlig aus. Die mächtige Eiche neben dem Turm hat damals vermutlich so stark gelitten, das sie heute noch einem Torso gleicht.

 

Die Kohnser Gemarkung zeigt seit der Mittelsteinzeit zahlreiche Hinterlassenschaften und Siedlungsspuren urgeschichtlicher Jäger bzw.
Ackerbauern auf. Besonders hervorzuheben sind die ansonsten im Einbecker Raum seltenen Reste eines Hauses der jüngeren
Bronze-/ älteren Eisenzeit ( ca. 800-600 v. Chr.), die beim Bau der Ortsumgehung Einbeck (B3) entdeckt wurde.

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